Peru: Marcahuasi oder die nicht enden wollende Wanderung (Tag 2)

6 Uhr wollten Alfredo und ich los laufen. Mit zu spät aufstehen und gemütlich Tee trinken ist es dann 7 Uhr geworden. Die Sonne war gerade hoch, auf den ersten Metern haben wir eine ältere Frau mit Esel gesehen, die auch den Berg hoch ging. Ihr Schritt war leicht, nicht zu schnell und unser Plan schnell gefasst: Da hängen wir uns dran. MarcahuasiDen Plan haben wir nach 5 Minuten verworfen. Muskel-technisch hätten wir ihr folgenden können, Sauerstoff-technisch keine Chance. 3200 Meter machen sich doch bemerkbar, auch wenn man mit Tabletten dobt. Man muss langsamer gehen. Die meisten Touristen lassen sich übrigens mit Pferden hoch tragen und gehen dann runter. Wir natürlich nicht.

Die Entfernungsangabe aus dem Ort „Marcahuasi 4 km“ haben wir auf der ganzen Strecke verteilt drei mal gesehen. Man nimmt es halt nicht so genau. Daraus ist dann der Spruch entstanden „diez minutos mass“, also zehn Minuten noch bis zum Ziel. Richtig auf dem Berg waren wir allerdings erst um 12 Uhr, also fünf Stunden später, dafür aber am hinteren Ende des 5 km langen Hochplateu. Wir sind also stramm immer links daran entlang gelaufen – natürlich mit entsprechender Steigung. Denn das Hochplateu liegt auf 4200 Meter und bietet damit einen Atem beraubenden Blick ins Tal. Besonders schick war es als der Nebel im Tal einzog und wir somit über den Wolken standen. Darüber hinaus gab es auf dem Hochplateu schöne Seen und urige Felsformationen. Mal sieht es hier aus wie in einem Amphitheater, mal wie ein alter Inka und dann wie ein Deutscher mit Helm. Man muss den Berg halt irgendwie verkaufen, auch wenn er so schon wirklich sehenswert ist. Aber seht euch selbst die Bilder an.

Auf dem Hochplateu haben wir uns bis 14 Uhr aufgehalten, dann sind wir abgestiegen. Während ich auf dem Hinweg auf die tolle Landschaft geachtetet habe, ist mir auf dem Rückweg durch den Nebel die Flora aufgefallen. Sehr abwechslungsreich, das Highlight ist ein Wald aus Kakteen wie im Bilderbuch. Um 17 Uhr waren wir wieder im Dorf und fix und foxi, dafür aber um ein tolles Erlebnis reicher. Die Bilanz: 20 km gelaufen und dabei 1 km hoch und 1 km wieder runter. Ich bin heute (4 Tage später) noch leicht schlapp davon.

Wir haben dann in einem einfachen Restaurant gegessen und während dieses zubereitet wurde, frischen Käse gekauft. Den gab es zwei Häuser weiter, von Hand gemacht, 100 % Bio, für 2,50 € (500 g) und super lecker! Beim Essen haben wir noch Ute aus Leipzig kennen gelernt, ca. 50, sächselnd, keine Englisch- und Spanischkenntnisse, für 3 Monate in Peru unterwegs und am Freitag erst in Lima gelandet. Nunja. Abends im Hotel hat der Wirt mich gefragt, ob ich Alfredo und Ute morgen nach Chosica bringen könnte. Eigentlich wollten die beiden mit dem Bus um 6 Uhr früh fahren, aber irgendwie ging das nicht. Da ich eh fast nach Chosica wollte habe ich beide natürlich mit genommen. Denn Alfredo war mit ja mit seinem Latinostolz und Latinokulturfimmel ans Herz gewachsen 🙂

Um die Bilder anzuschauen, müsst ihr auf das Bild klicken.

Advertisements

Peru: Mit dem Jimmy nach „San Pedro de Casta“ (Tag 1)

Endlich hatte ich vier Tage Zeit, habe mir einen kleinen Geländewagen – einen Suzuki Jimmy – gemietet und eine Reise in die Berge gegönnt. Das raus Fahren aus Lima hat mich dann voll gefordert: Der Verkehr ist dem von Manila (Philippinen) eben würdig. Das ist  lange her, dass ich dort gefahren bin. Ich hatte einiges verlernt und mich ein paar mal erschrocken, wenn es eng wurde. Nach einer halben Stunde ging es dann. Man muss die Nerven bewahren und wie ein Fisch im Strom mitschwimmen, dann geht´s.

Lima erstreckt sich selbst in die Berge hinein ewig. Das erste mal, dass ich eine Baulücke am Straßenrand gesehen habe, da war ich 50 km außerhalb. Dann wurde es aber auch bald sehr urig, die Straße war nicht mehr asphaltiert und die eine oder andere Rinnsaldurchfahrt musste geleistet werden. Mein Navi – welches ich gut sichtbar am Innenspiegel befestigt hatte – verlor oft die Route. Die Karten sind einfach zu ungenau. Die Ausschilderung nach San Pedro war quasi nicht existent und ein paar mal musste ich nach dem Weg fragen.

DSC_0251Die Landschaft hingegen wurde immer atemberaubender – siehe Bilder: Tiefe steile Schluchten, ein tosender Fluss, der selbst vom Weiten noch laut zu hören war und nackte Felsen bis zum Abwinken. Je höher ich jedoch kam, desto mehr setzte die Vegetation ein. Hier scheint es mit der Baumgrenzen umgekehrt zu sein: Unten ist es zu trocken, da wächst nichts, oben hingegen schon. Die Straße wurde immer enger, die Schluchten steiler und tiefer. Irgendwann habe ich den Allrad an gemacht. Der Jimmy drehte hinten immer durch und hüpfte bei den vielen Schlaglöchern ständig vorne auf. Mit Allrad fuhr er deutlich sicherer. Mit einem PKW wäre es noch irgendwie gegangen, vernünftige Fahrer wären aus Liebe zu ihrem Fahrzeug aber umgekehrt.

Die letzten 20 km bin ich aus dem 1 Gang nicht mehr rausgekommen. 25 km/h waren das höchster aller Gefühle. Die letzten km – mein Navi war längst der Meinung, wir seien da – habe ich nicht mehr geglaubt San Pedro zu erreichen. Das letzte mal, dass ich jemanden gesehen hatte, war eine Stunde her. Irgendwann kamen mir dann Sportler auf ihrem Fahrrad entgegen und versicherten mir, dass ich gleich da sei. Eine alte Omi saß am Wegesrand und bat mitgenommen zu werden. Keine Zähne mehr im Mund, bestimmt 70 Jahre auf dem Tacho und wusste nicht, wie man eine Autotür öffnet. Aber Bomben Stimmung und nur am lachen. Verstanden haben wir uns jedoch nicht so recht. Sie hört nicht mehr so gut war ihre Aussage – willkommen im Club dachte ich mir 😉

In San Pedro angekommen gleich ein Hotel gefunden (10 Sol/Nacht, also 3 €) und mit der Kamera los geflitzt und Fotos vom Dorf gemacht. Tolles Licht, urige Gebäude, quasi keine Autos und alles noch Selbstversorger. Dafür eine tolle intakte Dorfgemeinschaft, jeder grüßt jeden und man hat immer Zeit für einen Plausch (auch mit den Touristen). Abends dann für 10 Sol leckere Flussforelle gegessen und Alfredo aus Mexico kennen gelernt. Er ist für 10 Monate in Südamerika unterwegs und das ist sein letzter Abstecher. Übermorgen soll es zurück nach Lima, einen Tag später zurück nach Mexico gehen. Smarter cooler Typ, 24 und seinen Vorschlag, morgen mit ihm auf den Berg zu steigen, nehme ich gleich an.

Ein wenig Bauchschmerzen hatte ich dabei jedoch schon – Warum? Ich war nach San Pedro gefahren, um mich an die Höhe zu gewöhnen. Das liegt hier auf 3200 Meter und ist ein guter Einstieg. Schon auf den letzten Metern im Auto habe ich gemerkt, dass mein Mageninhalt sich irgendwie zusammenzieht, obwohl mir nicht wirklich schlecht war. Dafür hatte ich leichte Kopfschmerzen und einen verspannten Nacken. Vorboten der Höhenkrankheit, ich habe sofort mit entsprechenden Medikamenten gegen gesteuert und die haben gewirkt. Würde ich so den Berg morgen mit dem Doping besteigen können? Das erfahrt ihr im nächsten Beitrag 🙂

Um die Bilder anzuschauen, müsst ihr auf das Bild klicken.

Peru: Taxi fahren in Lima

Von meinem Hotel zur Universität sind es 15 km übelster Stadtverkehr, also ein ganzes Stück. Man kann mit den öffentlichen Bussen hier recht günstig fahren, das aber ist sehr zeitraubend (ca. 1 Stunde), man sitzt schlecht und wenn man Pech hat, sind die Klamotten hinterher dreckig. Der Preis ist dafür unschlagbar. Für knapp 1 € kommt man hin und für einen weiteren zurück. Jeden Tag zwei Stunden im Gestank der Autos und der Achtsamkeit, dass einem das Laptop nicht geklaut wird, muss ich nicht haben. Also fahre ich auf dem Hinweg immer mit dem Taxi. Das ist in den meisten Fällen bequemer, als mit dem Bus. Aber Taxi fahren hat auch seine Eigenheiten und darüber berichte ich hier:

Als erstes muss der Preis ausgehandelt werden, denn es gibt kein Taxameter. Mann oder Frau winkt also ein Taxi an der Straße ran, es hält, man springt an das Fenster des Fahrers und sagt, wo man hin will. Er nennt einem dann einen Preis, normalerweise ist der überzogen und das Verhandeln geht los. Ich gebe zu, von Natur aus bin ich kein Händler, aber will man sich nicht täglich über den Tisch ziehen lassen und der dumme Gringo sein, muss verhandelt werden. Drum ist der Taxifahrer ab diesem Moment Opfer aller meiner hier erlernten Psychotricks:

1. Sehr beschäftigt und zügig ans Taxi rantreten und sehr bestimmt sagen, wo man hin will. Sprachlich orientiere ich mich dabei an der spanischen Ausprache, sie ist viel härter als die der Peruaner und wirkt dadurch sehr bestimmend (die Kolonialgeschichte scheint auch an der Sprache nicht spurlos vorbeigegangen zu sein). Es ist hier wichtig, dass er mich nicht als Tourist wahrnimmt, sonst wird das alles gleich sehr teuer. Als Gringo macht er mir so oder so einen Aufschlag.

2. Fängt der Taxifahrer an zu denken schiebe ich sofort Details zur Route nach, also wo er lang fahren soll. Er soll halt nicht lange denken und ihm soll klar sein, dass ich weiß wo ich hin will.

3. Jetzt kommt der garantiert überhöhte Preis (20-25 Sol; 7-8 € ), weil die Taxifahrer sind ja auch nicht ganz dumm.

4. Jetzt Gegenpreis nennen. Es gibt so eine untere Linien, für die fahren die Jungs meistens noch, die wird genannt und ist somit würdig: 12 Sol (4 €).

5. Jetzt kommt er, er wird was von viel Verkehr erzählen, weitem Weg und ggf. ein wenig empört sagen, dass er mind. 18 Sol (6 €) benötigt.

6. Das ist noch zuviel. Man kann ihn jetzt nicht bloßstellen, man muss ihm entgegen kommen. Ich nenne dann 14 Sol. Kommt er mir dann nicht entgegen sage ich, ich würde niiiiiieeeee mehr als 15 Sol (5 €) zahlen. Harte Taxifahrer wollen sich darauf manchmal nicht einlassen.

7. Ab jetzt hilft smart sein: Lächeln, ggf. mit den Augen schielen, dann müssen die harten Jungs auch lächeln und dann sitzt du drin. Er hat trotzdem eine gute Fahrt, denn die Peruaner hätten ihm nur 13 Sol bezahlt, aber so what. Damit kann ich leben.

Stephan – also Prof. Paulini, der DAAD-Lektor für Perú – ist der Meinung, dass Taxi fahren hier viel besser ist als sich mit dem eigenen Auto zu bewegen. Man muss selber nicht fahren, preislich gibt es sich nicht viel und du hast kein Risiko wegen Totalverlust und kein Ärger mit Polizei und Reparaturen. Selbst für mich als leidenschaftlichen Bullifahrer klang das einleuchtend und sehr vernünftig, ich habe ihm unmissverständlich zugestimmt. Stephan fährt immer mit dem Taxi.

Taxi in LimaNach fast vier Wochen Taxi fahren wünsche ich mir nichts sehnlicher als ein eigenes Auto! Viele Taxis sind total abgerockt. Wenn du dich reinsetzt, fällst du auf das Bodenblech durch, so ausgeleiert sind die Sitze. Mindestens die Hälfte der Taxifahrer fährt wie die letzte Sau, die Hupe bedarf eher eines Unterbrechers als eines Einschalters. Da fast alle auf eigene Rechnung fahren sitzen sie 7 Tage die Woche am Lenker. Die nervliche Belastung des Straßenverkehrs in Lima merkt man ihnen an. Sie zucken, rutschen nervös auf dem Sitz herum und schalten andauernd an irgendwelchen Schaltern herum, dessen Sinn sich nicht mal einem alten Autoschrauber wie mir erschließen will. Etliche haben auch die Angewohnheit den Straßenlärm durch ein 120 dB lautes Radioprogramm zu übertönen. Die High-Rotation von NDR1-Lima kenne ich bereits auswendig. Stephan, ich bin jetzt anderer Meinung!

Anbei habe ich euch ein Foto von einem Taxi angehängt. Also, genießt eure Ausfahrten im eigenen Auto, mit der Bahn, mit dem Fahrrad oder zu Fuß. Das ist purer Luxus, euch geht es verdammt gut 😉

Peru: Museo Metropolitano de Lima & Museo Oro del Perú

Am Ostersonntag war auch für mich arbeitsfrei, ich kann ja nicht ganz durcharbeiten. Auf meiner Agenda standen heute zwei Museumsbesuche die spannend waren: Zuerst bin ich ins stadtgeschichtliche Museum von Lima gegangen (Museo Metropolitano de Lima). Das Museum kann jedoch nicht selbständig exploriert werden, man muss mit bzw. in einer Gruppe durchgehen. So hieß es folglich sammeln und dann in der Horde rein ins Museum, wir waren ca. 20 Leute. Das Museum als Museum zu bezeichnen fällt mir schwer. Es war eine Aneinanderreihung von stadtgeschichtlichen Filmen in unterschiedlichen Räumen, die für die jeweils dargestellte Epoche hergerichtet waren, bsp.: Wenn der Einfluss der spanischen Kirche gezeigt wurde, dann wurde man in einen Raum gelassen, der wie eine Kirche von innen aussah. Dort wurde dann ein entsprechender Film gezeigt. Highlight war die Darstellung des Erdbebens in 3D und bedrohlich wackelnden Kinosessel. Der Film über die Waki (600-900 n.Chr.), die regelmäßig 12-16 jährige Mädchen aus gutem Hause geopfert haben, dürfte Slasherfilm-Fans gut gefallen. Die Enthauptung eines Mädchens sowie eine nachfolgende Kampfszene, in der der Untergang der Waki gezeigt wird, lässt keine Details aus und setzt im richtigen Moment auf Slowmotion. Ob die dabeigewesenen Kinder heute Nacht gut schlafen? Auch wenn etliche Filme erzählerisch gut gemacht waren – im übrigen alles auf Spanisch und kaum belästigende historischen Hintergründe – war ich froh, als ich nach 90 Minuten raus war. Freizügigkeit und weniger Multimedia wäre aus meiner Sicht angebracht, um das Konzept – für mich – ansprechender zu machen. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass es dem Großteil der Besucher hier gut gefällt. Hierzu gibt es keine Bilder, fotografieren ist dort nicht möglich.

TumiNach soviel Multimedia stand das Goldmuseum (Museo Oro del Perú) auf meiner Entdeckerliste. Der Eintritt mit 33 Sol (ca. 10 Euro) ist für hiesige Verhältnisse schon ganz ordentlich (das vorhergehende Museo Metropolitano hat gerade mal 4 Sol, ca. 1,2 Euro gekostet), kann jedoch als lohnenswerte Reiseausgabe verbucht werden. Denn in diesem Gebäudekomplex verbergen sich weltbekannte Goldschätze der Inka-Kultur. Als erstes muss man durch die Waffenkammer des Museums und die ist umfangreich und ebenfalls sehenswert. Ich habe noch nie so viele Waffen der unterschiedlichsten Gattung auf einmal gesehen und würde Lima morgen angegriffen, mit diesem Waffenarsenal hätten sie eine Grundausstattung, um sich gegen die Eindringlinge zu wehren. Es geht mit dem Mittelalter los und viele Ritterrüstungen sind in Vollausstattung inkl. der gesamten, damals für einen Ritter üblichen, Waffenausstattung ausgestellt. Dann geht es weiter mit Vorderladern, Repetiergewehren, Revolvern, Pistolen und Maschinengewehren. Die Sammlung der letzten Jahre fokussiert auf Pistolen besonders bekannter Politiker und Generäle wie Pinochet (Chile), Fidel Castro (Cuba) oder John F. Kennedy (USA). Fragt sich, ob die Schenkenden der aufwendig verzierten Waffen bei der Schenkung die Selbstverteidigung oder das Werkzeug für die Selbsttötung der Beschenkten im Sinn hatten 😉

So, ich habe aber Gold versprochen! Dafür musste man im Museum in den Keller und dort fanden sich all die vielen Vorlagen für den auf der ganzen Welt populären Inkaschmuck. Ich denke, wer diese Art von Schmuck leiden mag, ist hier genau richtig. Alles echtes Gold und wirklich sehr schöne Ketten mit z.B. türkisfarbenen Steinen im Wechsel mit Goldkugeln. Sehr imposant fand ich die Masken der Sonnengötter sowie die dazugehörigen goldenen Handschuhe. Ebenfalls zu sehen gab es richtige Mumien sowie etliche Totenschädel getöteter Gegner. Auch gezeigt wurden Schädel, deren Decken aufgeschlagen und später das Loch mit einer Metallplatte verschlossen wurde. Ich habe dazu einmal im Germanistikstudium einen Text gelesen. Angeblich wurde durch diese Maßnahme der Kontakt zu den Geistern bei Priestern intensiviert. Hier wurde der Sachverhalt leider nicht weiter erläutert. Aber schaut euch selbst die illegalen Fotos an, denn man durfte nicht fotografieren (leider sind die Fotos auch nicht so gut geworden, es war schwer in dem Kunstlicht gute Ergebnisse zu erzielen). Mir hat es sehr gut gefallen – die Innenausstattung ist übrigens sehr geschmackvoll – und ich muss sagen, es ist ein Muss sich dieses Museum anzusehen.

Um die Bilder anzuschauen, müsst ihr auf das Bild klicken.

Peru: Wochenendausflug in den Süden Limas

Am Wochenende war ich von einer Kollegin der Uni eingeladen mit ihrer Familie (Mann, Schwiegermutter und Schwägerin) in ihr Ferienhaus, ca. 100 km nördlich von Lima, mitzukommen. In Vorbereitung auf die Hinfahrt musste ich als erstes feststellen: Du weist ja noch gar nicht, wie es außerhalb der Stadt aussieht. Es wird gesagt, dass Lima die größte Wüstenstadt der Erde sei. Mit geschätzten 16 Millionen Einwohnern kann das durchaus sein, nur wenn man in der Stadt lebt, dann merkt man nicht viel davon. Mit verlassen des Stadtkerns – und damit der gut situierten Stadtteile – merkt man schnell: Ohne Wasser wächst hier nichts. Hat man die Stadtgrenze verlassen ist klar: Wüste! Die verbleibenden 80 km bis zum Ferienhaus der Familie finden sich nur Stein- und Sandgebirge. Nur selten, wenn ein Fluss aus den Bergen kommt, entsteht eine grüne Landschaft, die dann dicht besiedelt ist. Ohne Wasser, keine Zivilisation.

Asia PlayaDas Ferienhaus der Familie selber lag in einer sehr schönen Ferienanlage am „Asia Playa“. Viele großzügige Häuser mit schönen Grünanlagen. Langer Sandstrand und gleich daneben ein Pool. Denn die Wassertemperatur ist aufgrund des von der Antarktis hochziehenden Humboldtstroms mäßig. Es waren ca. 15 Grad C., viel wärmer wird es auch im Sommer nicht – trotz 30 Grad C. Durchschnittstemperatur. Es hat trotzdem Spaß gemacht und da man gegen die Wellen ziemlich ankämpfen muss, kommt es einem nicht so kalt vor. Abends sind wir dann Essen gegangen. Um die Ecke lag eine riesige Shopping-Mal mit drumherum liegenden Fitness-Center, Restaurants, Möbelhäusern, Kart-Bahn, Autohäusern und was sonst noch das Herz begehrt. Alles nur für die Feriensiedlungen, im Winter ist hier geschlossen. Ich gebe zu, nicht so mein Stil, auch wenn das Essen lecker war.

Dafür sind wir am nächsten Tag noch ein Stückchen weiter die Panamericana in Richtung Süden gefahren, damit der Mann meiner Kollegin Wellenreiten konnte. Es ging nach Sur Cerro, ein einfacher Ort, der seine Existenz einer alten Hafenanlage verdankt (die heute nicht mehr im Betrieb ist). Es war dort bei weitem nicht so schön wie in der Ferienanlage der Familie, aber ich fand es viel uriger, nicht so elitär und mir hat es gut gefallen. Danach ging es dann wieder auf der Panamericana nach Lima zurück. Ein schöner gelungener Wochenendausflug 🙂

Um die Bilder anzuschauen, müsst ihr auf das Bild klicken.

China: Eindrücke & Fazit

Abschließend zur Reise habe ich zu den Themen Essen, Menschen, Reisen, Sprache und Staat meine Eindrücke niedergeschrieben, bevor ich ein Fazit ziehe:

  • Essen: Beginnen wir mit dem Resümee zu diesem Beitrag: Die Küche in China ist großartig! Am Anfang kommt es einem nicht ganz so exotisch vor, weil aus den vielen China-Restaurant Besuchen die kleingeschnippselten Gerichte zum Teil bekannt sind. Vor Ort schmecken sie allerdings viel besser, da sie wesentlich feiner gewürzt und insgesamt raffinierter zubereitet sind. Darüber hinaus gibt es ein Spektrum an Gerichten zu entdecken, das die gesamte europäische Küche in ihrem Repertoire bei weitem übertrifft und einem aus keinem China-Restaurant bekannt ist. Hier wird alles gegrillt, frittiert, gebraten, gedünstet und gekocht, was die Natur hergibt. Wir haben Reissuppe, rohen Bambus, fermentierten Tofu, 100 Jahre Eier, Lammkeulen, Entenzunge, Hühnersuppe, frittierte Krabbenscheren und Fleischbonbons gegessen – um nur einige Gerichte zu benennen. Nicht alles hat uns geschmeckt, aber wir haben alles probiert und festgestellt, dass man wie Zuhause herausbekommen muss, was man mag. Im Gegensatz zu manch europäischer Küche ist das Essen darüber hinaus sehr bekömmlich, für ein Ich-bin-jetzt-vollgestopft-Gefühl muss man schon wirklich unsäglich viel gegessen haben. Schön ist auch der Preis: Für 2 Euro kann man zu zweit lecker und bekömmlich satt werden, für 10-15 Euro (auch zu zweit) hat man wirklich gut essen. Wer Angst vor exotischen Gerichten wie Hund, Katze, Affe oder Schlange hat, dem sei gesagt: Das fällt alles in die Rubrik „Spezialitäten“ und ist selten, teuer und uns nicht untergekommen. In China ernährt man sich wie bei uns von Huhn, Schwein, Rind, Lamm und natürlich viel Gemüse, Nudeln und Reis.
  • Menschen: Wir sind vielen netten Menschen begegnet. Wer irgendwie Englisch konnte hat sich sofort an uns rangepirscht und seine Kenntnisse offenbart. Immer waren sie interessiert wo man herkommt, wie es einem gefällt und was man vorhat. Dabei ist man bewundert und angelächelt worden. So zeigt sich einem das Land des Lächelns. Als Europäer hat man einen großen Bonus und wird immer höflichst behandelt. Witzig auch die Fotofragerei: Wir sind bestimmt 10 mal von wildfremden Leuten gefragt worden, ob sie ein Foto von sich und uns machen können. Komische Sitte, aber wir haben Routine im Lächeln entwickelt und um Filmsternchen zu werden, müssen wir nur noch das Geben von Autogrammen üben.
  • Reisen: Zusammengefasst kann man das Reisen in China mit drei Adjektiven beschreiben: Sicher, günstig und abwechslungsreich. Die öffentliche Sicherheit in China scheint exzellent. Männlein wir Weiblein können unbehelligt bei Tag und bei Nacht die Straße passieren, ohne Angst haben zu müssen, überfallen zu werden. Uns ist auf der Reise nichts weggekommen, kein Trickbetrüger hat uns angesprochen und seine billigen Tricks ausprobiert und nie gab es eine komische Situation, wie man es schon so oft z. B. am Mittelmeer erlebt hat. Günstig ist eigentlich fasst alles was zum Reisen benötigt wird: Für den kurzfristig gebuchten Flug haben wir je 620 Euro bezahlt, für eine Unterkunft im Hotel nach internationalen Standard legt man 25-35 Euro/Nacht für ein Doppelzimmer hin, die Bus- (10 Euro/250 km) und Schnellzugverbindungen (8 Euro/100 km) waren ebenso erschwinglich wie das Essen. Einzig der Eintritt in einen Park, einen Tempel oder Garten orientiert sich schnell an europäischen Preisen. Für „die schlanke Mark“ erhält man reisetechnische folglich sehr viel: Großartige Natur, traditionelle bis super moderne Städte und Monumentalbauten. USA, Australien und Süd-Amerika können da quantitativ und qualitativ nicht mithalten und sind deutlich teurer. Da Chinesen allerdings auch gerne ihr eigenes Land bereisen sollte man aufpassen, wann man fährt, denn sonst kann es mitunter trubelig werden. Ergo: China ist ein super günstiges und abwechslungsreiches Reiseziel.
  • Sprache: Weil chinesisch uns Mitteleuropäern wegen der Schriftzeichen, aber auch wegen der Aussprache, so fremd vorkommt, denken wir, es ist schwer zu erlernen. Dabei sind einige chinesisch gesprochene Brocken sehr hilfreich auf einer Reise, da außerhalb von Peking und Shanghai kaum Englisch gesprochen wird. Annette hat sich nicht abschrecken lassen und sie hat einfach drauf losgelernt und viele tolle Webseiten gefunden, die einem das Lernen sehr vereinfachen. Dabei mussten wir feststellen: So schwer ist Chinesisch nicht zu erlernen. Die Aussprache ist ungewohnt aber im Prinzip einfach prononciert. Jedes Wort gibt es nur in seiner Grundform, muss nicht gebeugt werden und insgesamt werden nicht so viele Laute verwendet, wie in einer europäischen Sprache (ich denke hier gerade an die vielen s, ss, ß, sch, st, … -Laute im Polnischen, die mich zur Verzweifelung gebracht haben). Einzig wirklich schwere sind die Schriftzeichen, da man sie auswendig lernen muss und sie keinen Bezug zur gesprochen Sprache haben (ist halt ikonisch, keine Lautschrift). Also, nicht abschrecken lassen, ein paar Brocken sind einfacher gelernt als z.B. Polnisch und hier sind unsere Lerntipps: Ask BennyTrain Chinese und wichtig, Zahlen lernen!
  • Staat: Der Kommunismus ist in diesem Land fast nicht präsent. Das erste mal habe ich Hammer & Sichel in Peking am Ende der Reise gesehen und dort gleich fotografiert. China wirkt viel mehr wie der Turbokapitalismus pur: Jeder ist fleißig, Dienstleistung wird groß geschrieben und überall wird gebaut. Erst in einem zweiten Blick fallen einem einige Unterschiede auf: Es gibt keine Obdachlose zu sehen, dafür viele Straßenkehrer und Security an jeder Ecke. Der Staat bezahlt kein Arbeitslosengeld, dafür scheint er für jeden einen Job vorzuhalten. Darüber hinaus ist die Anzahl der großen Staatsbetriebe nicht zu vernachlässigen. Wer hier einen Job haben möchte, muss in die Partei und sich dann an die Ein-Kind-Politik halten, sonst geht es mit der Karriere nicht weiter. Dafür hat man in der Partei durchaus Möglichkeiten, das gesellschaftliche Leben mitzugestalten, dies natürlich nur im großen Konsens. Grundsätzlich erhält man als Europäer in die wahren Umstände jedoch nur einen sehr oberflächlichen Einblick, deswegen beende ich an dieser Stelle meine Ausführungen und verzichte auf ein unqualifiziertes Resümee.

Hier nun das Fazit: China ist ein unkommunistisches, dafür kapitalisitisches Land, das Essen ist göttlich, die Menschen nett, die Reise abwechslungsreich und die Sprache nicht so schwer zu erlernen, wie es uns erscheint. Fahrt, bevor es teurer wird, es wird euch verzaubern!

China: Einblicke

Dipu (5 Tage) ist die Stadt des Kreises Anji (安吉县; Ānjí Xiàn), damit Teil der Region Zehjiang und fasst ca. 500.000 Einwohner. Um die Privatsphäre des Brautpaares sowie der Familie nicht zu verletzen, verzichte ich hier auf die Darstellung der schönen Hochzeit. Nur eins sei hier erwähnt: Die Gastfreundschaft war überwältigend – wenn auch eine Kommunikation ohne Übersetzer schön gewesen wäre – aber dafür müssen wir erstmal Chinesisch lernen 😉 Die Stadt selber ist ordentlich und große Teile sehr modern, da in den letzten Jahren viel neugebaut wurde. Dipu ist allerdings eher eine nüchterne Provinzmetropole. Sehr gut hat uns jedoch der Bambus Park gefallen, der die vielen verschiedenen Bambusarten eindrucksvoll und schön anschaubar macht. Auch gibt es dort Pandabären zu sehen.

Huang Shan (6 Tage) bezeichnet ein international berühmtes Gebirge in der Provinz Anhui, welches für seine abstrakten Felsformationen bekannt ist. Huang Shan (黄山; Huáng Shān) ist sowohl UNESCO Weltnatur- als auch Kulturerbe und diente oft als Filmkulisse, z. B. in „Karate Kid“ oder aktueller dem 3D-Film „Avatar“. Touristisch ist es hier voll erschlossen und es scheint fast, als ob jeder Chinese einmal in seinem Leben auf dem Mt. Huang Shan gewesen sein muss. Wir hatten Glück, da absolute Nachsaison war und vielleicht 1/50 der Tagesbesucherzahlen zugegen waren. Wir sind auf den schönen Wegen gewandert und viele viele Stufen auf- und abgestiegen. Denn die Wanderwege sind gut ausgebaut und da die Berge so steil sind, geht es fast immer Stufen hoch oder runter. Das Highlight ist die Fahrt auf den Mt. Huang Shan und leider auch nicht ganz billig. Eintritt und Seilbahn schlagen mit knapp 40 €/Person zu Buche. Wir waren am 1.12. auf dem Mt. Huang Shan und hatten leider der Jahreszeit angepasstes Wetter: Eiskalter Regen, vereiste Bäume, starker Wind und Nebel. Es war trotzdem sehr schön, da dies eine eigenartige Stimmung ausmachte. Den Abstieg haben wir dann ohne Seilbahn bewerkstelligt, was ca. 2 Stunden Teppen absteigen bedeutet und zu empfehlen ist. Fazit: Ein muss  für Jeden, der in die Ecke kommt und nicht zur Hauptsaison fährt. 3 Tage Wandern sind angebracht, um sich all die Berge, Felsen, Wälder und Tempel anzusehen. Unsere Unterkunft in der „Pine Ridge Lodge“ direkt am Südtor der „Huang Shan Scenic Area“ können wir ebenfalls sehr empfehlen, da es nicht so eine Hotelburg ist.

Hangzhou (3 Tage) war einmal die Stadt des Kaisers und liegt an einem schönen See, der mit geschmackvollen Uferpromenaden, Gärten und Tempeln bestückt ist. Hier zeigt sich die klassische Landschaftsarchitektur, wie wir sie von China erwarten: Ausgeglichen, vielfältig und reichlich mit Pagoden garniert. Wir haben direkt in der Altstadt von Hangzhou (杭州; Hángzhōu) gewohnt (Green Three Inn in der 211-215 Middle Zhongshan Road), nicht unweit vom See. Zuerst haben wir uns diese zu genüge geführt und in all den schönen kleinen Geschäften gestöbert. Besonders interessant fand ich eine alte Apotheke, in der getrocknete Haifischflossen, Pilze und Echsen angeboten wurden. Auch haben wir in einer sehr engen Gasse gegessen, wo viele lokale Spezialitäten angeboten wurden. Es war günstig und einfach. An den kleinen Tischen standen riesige Mülleimer und sobald man eines der kleinen Gerichte verputzt hatte, flog die Verpackung dort rein. Die Promenade am See hat uns ebenfalls mit den schönen Gartenanlagen sehr gefallen. Sie lädt zum verweilen ein und man kann den vielen Künstlern zwischendurch bei ihren Aufführungen zuschauen. Wir haben das Ostufer entspannt einen Tag auf uns wirken lassen. Ebenfalls gut hat uns der Lingyin Tempel gefallen. Er liegt im Osten der Stadt und zieht sich langsam die Berge dort hoch. Zwar ist er touristisch voll erschlossen, aber die meisten Besucher gehen nur zum Haupttempel. Wir haben uns dann die den Berghang hochgebauten vier weiteren Tempel angeschaut. In jedem der Tempel war eine andere Darstellung von Buddha zu sehen: Der dicke lachende Buddha, der schlanke Stehende und der Meditierende. Dann sind wir weiter den Berg rauf und haben uns die kleineren Tempel angeschaut. Die waren eigentlich schöner, da sie von innen liebevoller verziert waren und frische Blumen den Anschein weckten, als wenn hier regelmäßig gebetet wird. Vom obersten der kleinen Tempel hat man dann einen sehr schönen Blick auf Hangzhou, den man sich nicht entgehen lassen sollte. Alles in allem hat uns Hangzhou sehr gut gefallen und es wird nicht umsonst als eine Blüte der chinesischen Städte bezeichnet. Ergo: Ein Muss wenn man in der Ecke unterwegs ist.

Shanghai (3 Tage) ist eine Stadt der Superlative. Schon die Anreise mit dem Schnellzug war spektakulär. Von Hangzhou nach Shanghai (上海;  Shànghǎi) sind es 160 km und dafür braucht der Zug mit einem Zwischenstopp 45 Minuten. Die Landschaft zwischen den beiden Städten ist durchgängig besiedelt, einsam wird einem hier nicht. Der Bahnhof fasst ca. 20 Gleise, auf dem nur die schnellsten Fernzüge zu sehen sind (Shikansen und ICE3). Die Empfangshalle, die den Busbahnhof, die Metro, den Flughafen und die Züge miteinander verbindet, ist mindestens 2 Kilometer lang, nagelneu und blitzeblank sauber. Mit der Metro ist man bis zum Zentrum eine Stunde unterwegs. Zuerst haben wir uns die Nanjing Road angeschaut. Das ist „die“ Einkaufsmeile in China und entsprechend gut – aber auch teuer – kann man hier einkaufen gehen. Wir fanden es nicht so spektakulär, nun sind wir aber beide auch keine großen „Shopper“. Die um die Nanjing Road liegenden modernen Hochhäuser lassen jedoch schon erwarten, dass hier nicht gekleckert wird. Danach sind wir mit der Metro auf die andere Seite des Huangpu River nach Pudong gefahren und haben uns die Skyline von Shanghai angeschaut. Von der Größe und Vielfalt übertrifft es meine Erlebnisse von New York und Singapore. Es ist einfach alles eine Nummer größer, geschmackvoller und moderner. Vom Jinmao Tower hat man dann einen schönen Überblick über die Stadt und natürlich die anderen Skyskraper. Danach sind wir ins „Shanghai Urban History Museum“, in dem wir zwei Stunden lang die Stadtgeschichte erkundeten. Das hat uns einen sehr schönen Einblick gegeben und uns gezeigt, dass Shanghai fast von jeder Generation neu erfunden wird. Der Trend dabei unübersehbar: Moderner und größer! Auch haben wir uns das „Shanghai Urban Planing Exibition Center“ angeschaut. Die ersten beiden Etagen decken sich zwar mit dem „S. Urban History Museum“, danach bekommt man aber noch einen guten Einblick in die Stadtplanung und -gestaltung. Es ist nicht so ein historischer sondern ein planerischer Zugang zur Stadtgeschichte. Ebenfalls sehr empfehlenswert. Nicht so spektakulär fanden wir den People´s Square, vielleicht war es aber auch einfach zu voll dort. Alles in allem ist Shanghai eine Superlative der Moderne. Unser Urteil: Sehr sehenswert!

Peking (4 Tage) lässt sich von Shanghai gut mit dem Schnellzug erreichen. Für 1200 km benötigt dieser 5 Stunden. Zu sehen gibt es zwischendurch nichts Großartiges: Die Ausläufer der beiden großen Städte, Wüste und Landwirtschaft. Man kann beruhigt seinen Reiseführer lesen und sich auf Peking (北京; Běijīng) vorbereiten. Die Ankunft ist ähnlich wie in Shanghai, wenn auch nicht so gut organisiert – es ist enger und es wird gedrängelt. Mit der Metro sind wir in die Stadt und haben uns dort ein Taxi zu unserem Lu Song Yuan Hotel (No. 22 Banchang, Kuanjie, Bejing 100009) genommen. Dieses lag direkt in einem der traditionellen Viertel im Zentrum, welche durch niedrige Gebäude (1-2 Stockwerke) und kleine Gassen geprägt sind. Diese werden als Hutongs bezeichnet und hier fühlte ich mich dann so, wie ich mir China vorgestellt hatte. Es war alles klein, verwinkelt, verschiedene Geschäfte boten alles mögliche zum Verkauf an und das Essen war gut und günstig. Unser Hotel war Teil eines Hutongs und verfügte durch seine Größe über einen eigenen Wohnhof. Dieser Wohnhof wird als Siheyuan bezeichnet und war sehr idyllisch – schauten wir doch direkt aus unserem Fenster dort drauf. Leider habe ich mir eine heftige Erkältung eingefangen, so dass ich Nase triefend und hustend drei Tage im Bett bleiben musste. So blieb uns nur ein gemeinsamer Tag für das Sight-Seeing, an dem wir als erstes die Verbotene Stadt aufsuchten. Wir sind vom Südeingang rein und die vielen, hintereinander gereihten Audienzgebäude mit ihren großen Vorhöfen waren sehr beeindruckend. Erst am Ende verstanden wir, warum man von einer Stadt spricht. Denn der nördliche Teil birgt viele kleine Gebäude, in denen das Personal, die Konkubinen und die Verwaltungsbeamten gewohnt haben. Diese Gebäude wiederum waren in kleinen Einheiten gefasst, die von hohen Mauern voneinander abgetrennt waren. Wer wo zu- und abgehen durfte, war streng geregelt. Nach 2,5 Stunden und Minusgraden hatten wir Appetit auf Essen und Wärme. Danach ging es raus zum Olympia Park, um uns das Olympiastadion, das so genannte „Bird Nest“ anzusehen. Ebenso beeindruckend fanden wir auch die blauschimmernde gegenüberliegende Schwimmhalle deren Außenwand wie vergrößerte Wassertropfen aussahen und eindrucksvoll von innen beleuchtet waren. Im dunkeln sind die beiden Gebäude wirklich sehr hübsch anzusehen. Alles in allem hat uns Peking sehr gut gefallen und es ist für mich die chinesischste aller besuchten Städte gewesen. Hier hätte ich wirklich gerne noch mehr Zeit verbraucht! Fazit: Ebenfalls sehr empfehlenswert.

Um die Bilder anzuschauen, müsst ihr auf das Bild klicken.