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Peru: Marcahuasi oder die nicht enden wollende Wanderung (Tag 2)

6 Uhr wollten Alfredo und ich los laufen. Mit zu spät aufstehen und gemütlich Tee trinken ist es dann 7 Uhr geworden. Die Sonne war gerade hoch, auf den ersten Metern haben wir eine ältere Frau mit Esel gesehen, die auch den Berg hoch ging. Ihr Schritt war leicht, nicht zu schnell und unser Plan schnell gefasst: Da hängen wir uns dran. MarcahuasiDen Plan haben wir nach 5 Minuten verworfen. Muskel-technisch hätten wir ihr folgenden können, Sauerstoff-technisch keine Chance. 3200 Meter machen sich doch bemerkbar, auch wenn man mit Tabletten dobt. Man muss langsamer gehen. Die meisten Touristen lassen sich übrigens mit Pferden hoch tragen und gehen dann runter. Wir natürlich nicht.

Die Entfernungsangabe aus dem Ort „Marcahuasi 4 km“ haben wir auf der ganzen Strecke verteilt drei mal gesehen. Man nimmt es halt nicht so genau. Daraus ist dann der Spruch entstanden „diez minutos mass“, also zehn Minuten noch bis zum Ziel. Richtig auf dem Berg waren wir allerdings erst um 12 Uhr, also fünf Stunden später, dafür aber am hinteren Ende des 5 km langen Hochplateu. Wir sind also stramm immer links daran entlang gelaufen – natürlich mit entsprechender Steigung. Denn das Hochplateu liegt auf 4200 Meter und bietet damit einen Atem beraubenden Blick ins Tal. Besonders schick war es als der Nebel im Tal einzog und wir somit über den Wolken standen. Darüber hinaus gab es auf dem Hochplateu schöne Seen und urige Felsformationen. Mal sieht es hier aus wie in einem Amphitheater, mal wie ein alter Inka und dann wie ein Deutscher mit Helm. Man muss den Berg halt irgendwie verkaufen, auch wenn er so schon wirklich sehenswert ist. Aber seht euch selbst die Bilder an.

Auf dem Hochplateu haben wir uns bis 14 Uhr aufgehalten, dann sind wir abgestiegen. Während ich auf dem Hinweg auf die tolle Landschaft geachtetet habe, ist mir auf dem Rückweg durch den Nebel die Flora aufgefallen. Sehr abwechslungsreich, das Highlight ist ein Wald aus Kakteen wie im Bilderbuch. Um 17 Uhr waren wir wieder im Dorf und fix und foxi, dafür aber um ein tolles Erlebnis reicher. Die Bilanz: 20 km gelaufen und dabei 1 km hoch und 1 km wieder runter. Ich bin heute (4 Tage später) noch leicht schlapp davon.

Wir haben dann in einem einfachen Restaurant gegessen und während dieses zubereitet wurde, frischen Käse gekauft. Den gab es zwei Häuser weiter, von Hand gemacht, 100 % Bio, für 2,50 € (500 g) und super lecker! Beim Essen haben wir noch Ute aus Leipzig kennen gelernt, ca. 50, sächselnd, keine Englisch- und Spanischkenntnisse, für 3 Monate in Peru unterwegs und am Freitag erst in Lima gelandet. Nunja. Abends im Hotel hat der Wirt mich gefragt, ob ich Alfredo und Ute morgen nach Chosica bringen könnte. Eigentlich wollten die beiden mit dem Bus um 6 Uhr früh fahren, aber irgendwie ging das nicht. Da ich eh fast nach Chosica wollte habe ich beide natürlich mit genommen. Denn Alfredo war mit ja mit seinem Latinostolz und Latinokulturfimmel ans Herz gewachsen 🙂

Um die Bilder anzuschauen, müsst ihr auf das Bild klicken.

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