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Deutschland: 1000 und 1 See in Mecklenburg

Elfi kämpft sich durch MecklenburgAnnette und ich haben eine zweiwöchige Reise in die Region Mecklenburg – Bundesland Mecklenburg-Vorpommern – vorgenommen und wollten an möglichst vielen Seen romantisch mit dem Bulli stehen und dort auch übernachten. Ein Lagerfeuer sollte unserem Glück nicht fehlen.

Ursprüngliche Reiserichtung war die Mecklenburgische Seenplatte – ich selber war schon vor einigen Jahren dort und habe hier im Blog ein paar Bilder online gestellt – aber bei Ankunft in Plau am See war es uns trotz Nachsaison dort zu touristisch. Außerdem war das erste was wir vom örtlich schön gelegenen Campingplatz gesehen haben ein Verbotsschild, das zweite ebenfalls, das dritte ein Gebotsschild und das vierte ein kaum sichtbares „Herzlich Willkommen!“. Nein, so wollten wir unseren Urlaub nicht verbringen. Ich gebe zu, ich habe ein Problem mit Campingplätzen auf denen es schon am Eingang den Anschein hat, der Platzwart wäre gerne Leiter einer Kaserne.

Ein Blick in die Karte machte uns recht schnell klar, wir müssen weiter nördlich und westlich unser Glück versuchen. Krakow am See, Schwinzer Heide, Sternberger Seenland sowie das Güstrower und Bützower Umland erschienen uns nicht so erschlossen wie die Mecklenburgische Seenplatte. Dort hofften wir auch jenseits von Campingplätzen unser Glück zu finden.

Gesagt getan und den Motor wieder angeworfen, nach einer Stunde wurden wir am Krakower See in Glave fündig: Steiler Hang, unter Eichen gelegener Stellplatz mit tollen Blick auf den See. Abends gesellten sich noch zwei Wanderer dazu, ließen uns aber in Ruhe. Für die harmonische Nachbarschaft legten sie uns am morgen zwei Birnen vor den Bulli, bevor sie weiter zogen. Das war schon mal ein guter Anfang!

Unsere Reise verlief ähnlich weiter: Morgens lange frühstücken, dann auf der Karte eine Seenlandschaft aussuchen, dorthin aufbrechen, unterwegs einkaufen und einen neuen Stellplatz suchen. Abends gingen wir dann meist zu Fuß die Gegend erkunden und machten so schöne Spaziergänge. Wir haben nicht durchweg wild gestanden sondern waren auch auf Camping- oder Wohnmobil-Stellplätzen. Entweder, weil es einladend war oder weil wir in der Nähe eines Ortes stehen wollten, damit wir Abends einmal essen oder flanieren gehen konnten.

Für diejenigen, die Interesse an den Details unserer Tour haben, sind hier unsere Highlights niedergeschrieben:

  • Krakower See nähe Glave: Den Platz hatte ich ja schon beschrieben.
  • Langsee nähe Krakow am See: Schöner Stellplatz direkt am Wasser mit Feuerstelle und flachem Einstieg ins Wasser. Durch unser schönes Panorama ritt abends eine Reiterin mit ihrem Pferd – Marlboro Country Stimmung.
  • Kleinpritzer See nähe Klein Prinz: Schöner Stellplatz direkt am Wasser mit Feuerstelle und flachem Einstieg ins Wasser.
  • Kleinpritzer See in Kukuk: Kleiner schöner Campingplatz mit schöner Badestelle. Ideal auch für kleine Kinder, da es einen ausgewiesenen Nichtschwimmerbereich gibt. Am ersten Abend waren wir günstig im Western Restaurant essen und haben insgesamt zwei Tage gefaulenzt.
  • Dobbertiner See nähe Goldberg: Schöner Waldstellplatz mit Blick auf dem See und reichlich Feuerholz. Goldberg selber haben wir uns angeschaut. Ist eine Kleinstadt die sowohl die Gegenwart als auch die DDR-Vergangenheit wiedergibt. Schöner hingegen war am nächsten Tag das Dobbertiner Kloster, was man sich nicht entgehen lassen sollte.
  • Gardener See in Garden: Aufgrund des schlechten Wetters haben wir uns hier auf den Wind geschützten Campingplatz verkrümelt, denn die Stellplatzsuche war schwierig. Garden ist abgelegen und natürlich schön gelegen, aber touristisch schon gut erschlossen.
  • Schwerin: Wind und Regen haben an Beständigkeit gewonnen, so dass wir uns für einen Ausflug nach Schwerin entschieden haben. Schwerin hat für mich das mit Abstand schönste Schloss Norddeutschlands und dies zu besichtigen ist ein Muss. Leider war Montags eine Besichtigung des als Landtag genutzten Gebäudes von innen nicht möglich. Wir sind statt dessen durch die Altstadt geschlendert und dann ins sehenswerte Kino „Capitol“ gegangen. Wir haben uns für „Die Millers“ statt „Krekeler + Krüger im Regen“ entschieden. Abends haben wir dann auf einem WoMo-Stellplatz am Sportboothafen am Schweriner See gestanden. Keine spektakulärer aber dafür ruhig gelegener Stellplatz.
  • Wismar: Schöner als die Altstadt von Schwerin ist die Altstadt von Wismar und damit sehr sehenswert. Wismar ist eine alte Hansestadt mit vielen schönen alten Gassen und Häuschen. Dazu gibt es Hafenstadtfeeling und Fischbrötchen satt. Abends sind wir dann an den Neuklostersee in Nackensdorf und haben einen schönen Stellplatz auf einer Wiese am Ortsende gefunden.
  • Bützower See in Bützow: Eigentlich hatten wir geplant in Kloster Rhün zu übernachten und dort in einem Klosterrestaurant zu essen. Das hatte aber leider den Betrieb aufgegeben, so dass wir in Bützow auf einem kleinen Campingplatz für Paddler gestrandet sind. Sehr schöner Stellplatz mit familiärer Atmosphäre – der Besitzer wohnt in einem alten restaurierten Bauwagen und seiner Familie selbst auf dem Platz. Bützow selber ist urig und durchaus einen Spaziergang wert.

Neben den vielen schönen Seen hat uns überrascht, dass die Region sehr dünn besiedelt ist. Das wirkt sich auch auf die Infrastruktur aus: Es gibt viele Dörfer, die nur mit Pisten und nicht mit asphaltierten Straßen miteinander verbunden sind. Aufgrund der abendlichen Stellplatzsuche und des Sight-Seeings haben wir deswegen etliche Pistenkilometer absolviert. Das letzte mal hatte ich das in Nordfinnland, wo die Bevölkerungsdichte noch geringer ist. Die 4WD-Truppe aus der Aka hätte ihre Freude hier gehabt. Wer vorsichtig fährt kommt aber überall auch ohne Allrad hin.

Alles in allem war es eine sehr schöne Reise und Mecklenburg lädt zum Wiederkommen ein. Annette besteht darauf, schließlich hat sie noch nicht alle Seen gesehen und beschwommen. Auf der Hin- und Rückfahrt haben wir die Elbe passiert und dort zwei schöne Stellplätze – bei Wittenberg und bei Dannenberg – gesichtet. Die Elbe mit dem Bulli zu erkunden ist auf jeden Fall auch noch eine Reise wert 🙂

Um die Bilder anzuschauen, müsst ihr auf das Bild klicken.

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